
Bunkermessung auf Yachten mit Treibschieberzähler BM-Serie
Ausgangssituation
Beim Bunkern – dem Tanken von Kraftstoff – nehmen Yachten größere Mengen Marine-Diesel oder Gasöl über die Bunkerleitung an Bord. Die übernommene Menge ist für Crew und Betreiber eine zentrale Betriebsgröße, sowohl für die Abrechnung der Bunkerübernahme als auch für die Reichweiten- und Verbrauchsplanung.
Ohne einen in die Bunkerleitung integrierten Zähler mit elektrischem Ausgang bleibt die gebunkerte Menge auf der Schiffsautomation unsichtbar. Die Betankung lässt sich dann nur über Belege des Lieferanten oder über Peilung der Tanks nachvollziehen, nicht direkt am Automationssystem der Yacht ablesen.
Anforderung
Gefordert ist eine exakte Erfassung der Bunkermenge direkt in der Bunkerleitung, geeignet für Schiffsbrennstoffe von Gasöl und Marine-Diesel bis zu schwereren Qualitäten. Das Messsignal muss so bereitgestellt werden, dass die Schiffsautomation es verarbeiten und anzeigen kann.
Je nach Anlage sind unterschiedliche Signalformen abzudecken: ein direkt verwertbarer NAMUR-Impuls, ein für die Standard-Eingänge der Automation aufbereitetes Signal oder zusätzlich der aktuelle Durchfluss als Analogwert. Eine Anzeige vor Ort für Total und aktuellen Durchfluss sowie optional eine Modbus-Anbindung gehören ebenfalls zu den möglichen Anforderungen. In bestimmten Fällen soll dem gebunkerten Kraftstoff zusätzlich ein Biozid beigemischt werden.
Unsere Lösung
Für die Bunkermessung kommt ein Treibschieberzähler der BM-Serie zum Einsatz. Als Volumenzähler erfasst er die durchströmende Brennstoffmenge direkt in der Bunkerleitung. Im Standard trägt das Gerät ein mechanisches Rollenzählwerk vom Typ Veeder Root VR 7887: Die großen Zahlenrollen zeigen die rückstellbare Teilmenge, die kleinen Zahlenrollen die fortlaufende, nicht rückstellbare Gesamtmenge.
Für die Anbindung an die Schiffsautomation gibt der Zähler das Messsignal über einen NAMUR-Impulsgeber mit einer Auflösung von einem Impuls pro Liter aus. Für die Signalübergabe bestehen drei Wege:
- direkte Übergabe des NAMUR-Impulses an die Schiffsautomation, sofern diese ein NAMUR-Signal verarbeiten kann;
- Aufbereitung über ein Trennschaltgerät auf ein von der Automation erkennbares Signal;
- Übergabe an einen Durchfluss-Computer F 110, der Total, rückstellbares Total und den aktuellen Durchfluss anzeigt.
Beim Einsatz des F 110 erfolgt die Weitergabe an die Schiffsautomation für den aktuellen Durchfluss in der Regel als 4-20-mA-Analogsignal, ergänzt um einen Mengenimpuls. Optional lässt sich der Durchfluss-Computer über eine Modbus-Schnittstelle abfragen. Ebenfalls darstellbar ist die Einbindung in eine Biozid-Dosieranlage, die dem gebunkerten Kraftstoff ein Biozid beimischt.
Warum Treibschieberzähler?
Der Treibschieberzähler ist als Volumenzähler auf Mineralöle ausgelegt und arbeitet mit einer hohen Genauigkeit von besser 0,1 % vom Messwert sowie mit ausgeprägter Langzeitstabilität. Er eignet sich für das gesamte Spektrum der Schiffsbrennstoffe von Gasöl und Marine-Diesel bis zu schweren Qualitäten und ist damit als Bunkerübernahme-Zähler an Bord etabliert.
Das mechanische Zählwerk liefert eine unabhängige, stromlos ablesbare Mengenanzeige direkt am Gerät und dient als robuste Rückfallebene neben dem elektrischen Signal. Die Kombination aus mechanischer Anzeige und NAMUR-Impuls erlaubt eine flexible Anbindung an nahezu jede Schiffsautomation, ohne auf eine genaue, belastbare Mengenerfassung zu verzichten.
Ergebnis
Die gebunkerte Menge ist über den Zähler direkt in der Schiffsautomation sichtbar. Am Durchfluss-Computer F 110 lassen sich das fortlaufende Total, das rückstellbare Total und der aktuelle Durchfluss ablesen; an die Automation gehen der aktuelle Durchfluss als 4-20-mA-Signal und ein Mengenimpuls, optional ergänzt um eine Modbus-Abfrage.
Crew und Betreiber verfügen damit über eine nachvollziehbare Kontrolle der Bunkerübernahme und über laufende Verbrauchsdaten. Über die optionale Biozid-Dosierung wird der gebunkerte Kraftstoff zusätzlich vor mikrobiellem Befall in den Tanks geschützt.
Häufige Fragen
F: Wie wird die Bunkermenge auf der Schiffsautomation sichtbar gemacht?
A: Der Treibschieberzähler gibt einen NAMUR-Impuls (1 Impuls pro Liter) aus. Dieser geht entweder direkt an die Schiffsautomation, über ein Trennschaltgerät oder über den Durchfluss-Computer F 110 an das Automationssystem.
F: Welches Ausgangssignal liefert der Zähler?
A: Standardmäßig einen NAMUR-Impuls mit einer Auflösung von einem Impuls pro Liter. Über den Durchfluss-Computer F 110 stehen zusätzlich ein 4-20-mA-Analogsignal für den aktuellen Durchfluss und ein skalierter Mengenimpuls zur Verfügung.
F: Kann neben der Menge auch der aktuelle Durchfluss angezeigt werden?
A: Ja. Am Durchfluss-Computer F 110 werden das fortlaufende Total, das rückstellbare Total und der momentane Durchfluss angezeigt. Optional ist der Zugriff auf alle Werte über Modbus möglich.
F: Was hat die Biozid-Dosierung mit der Bunkermessung zu tun?
A: Optional lässt sich die Messung mit einer Biozid-Dosieranlage kombinieren, die dem gebunkerten Kraftstoff ein Biozid beimischt. Das schützt den Kraftstoff in den Tanks vor mikrobiellem Befall (Dieselpest).

